Der Roman Die Farm von John Grisham geht zurück auf die Kindheitserlebnisse des Autors. Er ist im ländlichen Arkansas aufgewachsen.

John Grisham
Die Farm
Originaltitel: A Painted House
Übersetzung: Aus dem Amerikanischen von Annette Grube
Heyne Verlag, 2004
480 S.
www.penguin.de/buecher/john-grisham-die-farm/
Die Leute aus den Bergen und die Mexikaner kamen am selben Tag. Es war ein Mittwoch, Anfang September, 1952.
So beginnt der Roman von John Grisham, in dem er seine Kindheitserinnerungen verarbeitet. Protagonist ist der siebenjährige Luke, der mit seinen Eltern auf einer Farm in Arkansas lebt. Er beschreibt die Baumwollernte, die in jedem Jahr eine Herausforderung für die Familie darstellt. Finden sich genügend Hilfsarbeiter, wird sich das Wetter halten, werden die Preise stabil bleiben? Für die Erntezeit werden mexikanische Landarbeiter und eine Familie aus den Bergen angeworben. Bald zeigt sich, dass Hank, der Sohn der Familie aus den Bergen, auf Streit aus ist. Er provoziert Luke
„Hank aber wollte noch keine Ruhe geben. Er lehnte sich zurück, stützte sich auf einen Ellenbogen und sagte mit einem hässlichen Lächeln: „Wir sind knapp eine Stufe über den Mexikanern, stimmt’s, Junge? Nur Saisonarbeiter. Ein Haufen Hillbillys, die schwarzgebrannten Whiskey trinken und die eigene Schwester heiraten. Stimmt’s, Junge?“
Eines Tages wird Luke unfreiwillig Zeuge, wie Hank in der Stadt bei einer Schlägerei einen anderen Mann totschlägt. Dieses Ereignis stößt ihn in schwere Gewissensnöte. Er traut sich nicht gegen Hank auszusagen, aber seine religiöse Erziehung lässt ihn fürchten, bei einer Lüge gleich in die Hölle zu kommen.
Kampf ums Überleben und neue Perspektiven
Die Lage auf der Farm spitzt sich weiter zu als auch Hank ermordet wird. Noch bevor die Baumwollernte vollständig eingefahren ist, machen Gewittergüsse und Überschwemmungen ein Bleiben auf der Farm unmöglich. Lukes Eltern beschließen die Farm zu verlassen und sich Arbeit in der Industrie im Norden des Landes zu suchen. Von einem entfernten Verwandten haben sie gehört, wie viel mehr in der Industrie verdient werden kann als auf dem Land.
Eindruck
Der aus der Perspektive des siebenjährigen Luke erzählte Roman lässt den Lesenden schnell in das Leben auf der Farm eintauchen. Es ist ein hartes, arbeitsintensives, aber auch zufriedenes Leben. Kirche und Baseball sind zentrale Themen im Alltag. Überschattet wird das Leben von der Angst vor möglichen Schicksalsschlägen. Während der Erntearbeiten zeichnet sich eine Hierarchie auf der Farm ab: die Farmbesitzer, die Leute aus den Bergen, die Arbeiter aus Mexiko. Grishams Schreibstil ist dem Protagonisten angepasst einfach. Seine Charaktere wirken lebensecht und machen die Situation einer Farm Anfang der 50er Jahre in Arkansas lebendig.
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