Mitte der 1970er Jahre. Stoneburner, ein abgestumpfter Privatdetektiv, möchte sich zurückziehen und am Ufer des Tennessee Rivers niederlassen.

William Gay
Stoneburner
Originaltitel: Stoneburner
Aus dem Amerikanischen von Sven Koch
Mit einem Nachwort von Jürgen Ruckh
391 S.
Polar Verlag 2020
Polar Verlag
Aus dem Vorwort: „und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“ NIETZSCHE
Stoneburner erhält einen Auftrag
Mitte der 1970er Jahre. Stoneburner, ein abgestumpfter Privatdetektiv, möchte sich zurückziehen und am Ufer des Tennessee Rivers niederlassen. Da bekommt er von Ex-Sheriff Cap Holder den Auftrag nach dessen Frau Cathy zu suchen, nachdem diese mit einem Koffer voller Drogengeld plötzlich verschwunden ist. Wie durch einen Zufall war kurz vorher Thibodeaux aufgetaucht, ein Ex-Geliebter von Cathy.
Thibodeaux und Cathy wollen sich mit dem Geld absetzen und ein neues Leben beginnen. Ihre Flucht führt durch Tennessee, Mississippi, Alabama, and Arkansas.
Düstere, melancholische Atmosphäre
Auch Stoneburner fühlt sich zu Chathy hingezogen.
Während sich die Prostituierte an meine Brust schmiegte, lauschte ich rauchend den alten, fast vergessenen Rufen und Antworten eines anderen, wilderen Lebens, von dem ich mich immer stärker angezogen fühlte. Ich hatte den Wunsch, eins mit Thibodeaux und der geheimnisvollen Frau zu werden,…
Stoneburner bleibt dicht auf den Versen von Thibodeaux. Das viele Geld verleitet Thibodeaux und Cathy zu unbedachten Handlungen und statt so schnell wie möglich zu fliehen, geraten sie von einer Schwierigkeit in die nächste.
Das Buch besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil wird aus der Sicht einer dritten Person erzählt, der zweite aus Sicht des Protagonisten. Erst am Ende wird deutlich wie die beiden Teile zusammenlaufen.
Manuskript im Nachlass gefunden
Im Nachwort erläutert Jürgen Ruckh, dass das Manuskript für den Roman im Nachlass des Autors in einer Badewanne gefunden wurde. Der Fundort steht ein bisschen für das Leben von William Gay und seinen Romanfiguren.
William Gay, geboren in Hohenwald, Tennessee, kam aus einer einfachen Familie. Für ihn wurde schon früh lesen zu einer Flucht aus den ärmlichen Verhältnissen, in denen er aufgewachsen ist. Wie seine beiden Protagonisten Stoneburner und Thibodeaux war Gay selbst auch im Vietnam-Krieg. Seine Figuren sind von ihrer Vergangenheit gezeichnet. Sie sind auf der Suche nach einem ruhigeren Leben, werden aber immer wieder in einen Strudel hineingezogen, aus dem sie es einfach nicht schaffen auszubrechen.
Mehr zu Tennessee

