Nevada No way home

No way Home (Nevada)

Der Roman No Way Home von T.C. Boyle spielt – anders als die meisten Bücher von Boyle, die in Kalifornien angesiedelt sind – überwiegend in Nevada.

T.C. Boyle
No Way Home
Originaltitel: No Way Home
Übersetzung: Dirk van Gunsteren
Hanser Verlag; 2025
384 Seiten
978-3-446-28423-4
hanser-literatur-verlage

Terry, Anfang Dreißig, arbeitet als engagierter Assistenzarzt in Los Angeles. Als er eines Tages die Nachricht erhält, dass seine Mutter verstorben ist, macht er sich auf den Weg nach Boulder City, mitten in der Wüste Nevadas. Seine Mutter hinterlässt ihm einen Hund und ein Haus. Mit beidem kann Terry eigentlich nichts anfangen. Da scheint es eine willkommene Lösung zu sein, dass er Bethany trifft. Die junge Frau ist auf Wohnungssuche, weil sie sich gerade von ihrem Freund Jesse getrennt hat. Sie bietet ihm an, sich um Haus und Hund zu kümmern. Aber Terry widersteht dem Angebot und nimmt den Hund mit nach Los Angeles.

Als er wenig später nach Boulder City zurückkehrt, trifft er Bethany im Haus seiner Mutter an. Sie hat den Haustürschlüssel gefunden und ist in ihrer Not einfach eingezogen. Zusammen mit ihrer obdachlosen Freundin hocken die beiden auf dem Sofa, trinken Alkohol und kiffen. Obwohl Terry genervt ist, rettet er, ganz Arzt, die ins Koma abgedriftete Freundin und lässt sich auch von Bethany bezirzen. Als Jess, der Ex-Freund von Bethany, auftaucht, wird es zunehmend kompliziert und die Situation spitzt sich zu.

Kein Weg zurück

Im Klappentext heißt es No Way Home ist große Literatur über menschliche Abgründe. Dem kann ich nicht so ganz beipflichten. Ich habe das Buch gerne gelesen, fand die überdrehte, recht skurrile Dreiecksbeziehung etwas deprimierend aber auch teilweise amüsant. Die Geschichte ist sicherlich nicht ganz unbeabsichtigt mitten in der Wüste angesiedelt. T.C. Boyle schneidet wie von ihm gewohnt die Themen Wohnungsnot, prekäre Lebenssituationen, wirtschaftliche Abhängigkeit und Umwelt an. Das Aufeinandertreffen dreier mehr oder weniger verkorkster Beziehungstypen – angesiedelt zum einen in der Öde der Wüstenlandschaft und zum anderen im städtischen Los Angeles – spricht für sich. Dies lässt eigene Interpretationen über den Zustand der USA zu, die der Autor verdeutlichen möchte. Da scheint es keinen Weg zurück zu geben.

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