Der Roman Butcher’s Crossing von John Williams spielt in Kansas zur Zeit der letzten Büffeljäger.

John Williams
Butcher’s Crossing
Originaltitel: Butcher’s Crossing
Übersetzung: Bernhard Robben
dtv Verlag, 2016
368 S.
www.dtv.de
Auf dem Weg in den Westen
Will Andrews bricht um das Jahr 1870 sein Studium ab und macht sich von Boston quer durch das Land auf den Weg nach Westen, um zu sich selbst in der Natur zu finden. Mit einer Kutsche reist er das letzte Stück von Ellsworth durch die Weite der Prärie.
Das Klappern der Hufe klang nun rhythmisch und gedämpft; eine Wolke von Staub, gelb wie Rauch, stieg über dem Wagen auf und wogte hinterdrein. Durch das Rasseln des Zaumzeugs, den schweren Atem der Mulis, ihr Hufklappern und das unregelmäßige Knarzen der Kutsche drang aus der Ferne gelegentlich der Ruf einer menschlichen Stimme oder das Wiehern eines Pferdes. Neben dem Weg tauchten im Gras der weiten Prärie kahle Flächen auf; hier und da waren die verkohlten, überkreuz liegenden Scheite eines erloschenen Lagerfeuers zu sehen; …
Angekommen in dem kleinen Ort Butcher’s Crossing könnte er bei einem Freund seines Vaters, der mit Büffelfellen handelt, im Kontor Arbeit finden. Dies schlägt er jedoch aus, weil er „so viel wie möglich vom Land sehen“ möchte. Miller, ein passionierter Büffeljäger und Einzelgänger, lockt Andrews mit Geschichten von riesigen Büffelherden, versteckt in einem entlegenen Tal tief in den Colorado Rockies. Diese warteten darauf eingefangen zu werden. Andrews beschließt sich der Expedition anzuschließen, um die Tiere aufzuspüren. Begleitet werden die beiden von Millers Freund Charley Hoge und dem Häuter Fred Schneider.
Die Büffeljagd
Die Reise ist aufreibend und strapaziös. Andrews ist angesichts des Kampfes Mensch gegen Tier fassungslos.
»Miller hat die Büffel gestellt«, stieß Andrews keuchend hervor. »Sie bleiben einfach stehen und lassen sich abknallen. Die laufen nicht mal weg.«
Immer weiter treibt Miller die Gruppe in das Tal, obwohl sie eigentlich schon mehr Felle gesammelt haben als transportiert werden können.
»Wie viele haben Sie schon erledigt?« wollte er (Andrews) wissen.
Miller gab keine Antwort; er drehte sich mit weit aufgerissenen Augen zu ihm um und stierte mit leerem Blick durch ihn hindurch, so als gäbe es ihn gar nicht. …
Miller schoss, lud nach, schoss und lud wieder. Der beißende Pulverdampf wurde immer dichter; Andrews hustete, rang nach Luft und hielt den Kopf möglichst überm Boden, …
Wenn er den Kopf hob, sah er, dass das Tal vor ihm mit den buckligen Kadavern der Büffel übersät war;…
Vom Schnee überrascht müssen die Männer in den Rocky Mountains überwintern. Die Lage spitzt sich immer weiter zu.
Resümee
Das Buch erschien im Original 1960 und blieb dann lange Zeit unentdeckt. Nachdem bereits von John Williams der Roman „Stoner“, beim Deutschen Taschenbuch Verlag erschienen, ein großer Erfolg war, folgte „Butcher’s Crossing“ 2015 im selben Verlag. Ich habe das Buch damals gelesen und war beeindruckt. Bei der Aufnahme in die Lesereise durch die 50 Bundesstaaten konnte ich mich schnell wieder an den Inhalt erinnern. Ein intensives Buch mit großartigen Landschaftsbeschreibungen! Die Protagonisten, die überwiegend Männer sind, leitet eine Sehnsucht nach Wildem Westen und Abenteuer. Am Ende zeigt sich aber auch wie weit unstillbare Gier den Menschen treiben kann.z der christlichen Prägung gewöhnungsbedürftig war.
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