Kein Land für alte Männer (Texas)

Cormac McCarthy

Kein Land für alte Männer von Cormac McCarthy: Ein Koffer dick angefüllt mit Dollarscheinen- Llewelyn Moss kann der Versuchung nicht widerstehen. Eine Jagd durch Texas beginnt.

Cormac McCarthy
Kein Land für alte Männer
Originaltitel: No Country for Old Men
Rowohlt Taschenbuch, 2009
284 S.
978-3499242885
Rowohlt.de

Geldsegen

Llewelyn Moss, passionierter Jäger, stößt mitten in der Wüste auf eine verstörende Szene: zwei Geländewagen, mehrere Leichen, Spuren, die auf einen Flüchtigen deuten, Heroin und ein Koffer dick angefüllt mit Dollarscheinen. Die Versuchung ist groß und so nimmt Moss das Geld und verschwindet. 
Dies bleibt nicht ohne Folgen, da es natürlich Menschen gibt, die das Geld wiederhaben möchten. Der Auftragskiller (und Psychopath) Anton Chigurh wird auf ihn angesetzt. Aber auch Sheriff Ed Tom Bell lässt der Fall keine Ruhe.

Sinnbild für Leere und Gewalt

Die Handlung des Romans spielt sich überwiegend in einer Umgebung ab, die von Wüste und ausgedörrten Landschaften geprägt ist. Ärmliche Wohnwagensiedlungen, verwaiste Tankstellen, schäbige Unterkünfte prägen das Bild. Auf seiner Flucht gelingt es Moss nicht sich aus den Fängen der Drogenmafia zu befreien.

Der alte Sheriff Bell reflektiert, wie es im Land zu so viel Gewalt kommen konnte. Er selbst kämpft dabei auch mit einem eigenen Versagen.

Es heißt, die Augen sind die Fenster der Seele. Ich weiß nicht, von was dem seine Augen die Fenster waren, und ich will’s auch gar nicht wissen. Aber da draußen gibt’s einen anderen Blick auf die Welt und andere Augen, die sie sehen, und darauf läuft es raus. Mich hat das in meinem Leben an einen Punkt gebracht, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich je dort hinkommen würde. Irgendwo da draußen gibt’s einen wahrhaftigen Propheten der Vernichtung, und dem will ich mich nicht stellen. Ich weiß, es gibt ihn wirklich. Ich hab seine Werke gesehen. Ich bin ein einziges Mal vor diese Augen getreten.

Das Buch erschien 2005 unter dem Einfluss von 9/11. Die vielen gewalttätigen Auseinandersetzungen muten dem Lesenden einiges zu. Auch wenn ich diese nicht gerne gelesen habe, konnte ich nachvollziehen, dass sie erforderlich sind, um eine gewisse Grundstimmung, die von Gewalt geprägt ist, zu vermitteln.

Buch und Film

Ab 1979 lebte McCarthy für einige Jahre in Texas. Dies und seine enge Bindung zur spanischen Sprache beeinflussten wesentlich die Wahl der Themen in seinen Büchern. 
Ich habe den Film von den Coen-Brüdern gesehen, nachdem ich das Buch gelesen hatte. Eine gelungene Umsetzung mit trockenen Dialogen, langen inneren Monologen und in erster Linie ganz klar – wie das Buch auch – eine „Männergeschichte“. 😉

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