Der Roman Der Dschungel von Upton Sinclair zeigt eindrücklich anhand einer Einwandererfamilie aus Litauen die Situation in Chicago, insbesondere auf den Schlachthöfen, im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Upton Sinclair
Der Dschungel
Originaltitel: The jungle
Aus dem Engl. von Ingeborg Gronke
Unionsverlag, 2014
416 Seiten
unionsverlag
Der Roman von Upton Sinclair wird als Enthüllungsroman bezeichnet, der die Zustände in den Schlachthöfen in Chicago detailliert offen legt.
Ankommen und Hoffnung in Chicago
Der Roman beginnt mit einer Schilderung der Hochzeitsfeier von Jurgis Rudkus und Ona zu dem nach litauischem Brauch alle Menschen aus der Umgebung eingeladen sind. Es ist ein rauschendes Fest, doch schon zum Ende hin kündigt sich ein Unheil an. Unter den Gästen gibt es einige, die sich nur mit Speisen und Getränken abfüllen, aber keinen Cent in den Sammelbehälter für das Brautpaar einwerfen. Diese Eingangssequenz offenbart bereits deutlich, wie sich für die Auswandernden in Chicago das Leben und die eigenen Werte und Gebräuche ändern.
Scheitern im Land der großen Hoffnung
In dem Roman von Upton Sinclair wird die Geschichte einer Familie erzählt, die voller Hoffnung in die USA kommt. Trotz aller Bemühungen sich durch Arbeit eine Zukunft aufzubauen, scheitert sie am Ende. Jurgis fühlt sich jung und stark und stürzt sich mit Elan in die Arbeit. Unzulängliche Arbeitsumgebungsbedingungen führen immer wieder zu Verletzungen und so trifft es auch Jurgis und seine Familie. Ein Schicksalsschlag folgt dem nächsten. Mich hat die zunehmende Verzweiflung der einzelnen Personen bedrückt und mitleiden lassen.
Nachwirkungen
Der Roman von Sinclair sorgte bei seinem Erscheinen für eine große Aufmerksamkeit, insbesondere was die hygienischen Bedingungen in den Schlachthöfen betraf. In den Vordergrund der Kritik rückten die hygienischen Zustände. Die Arbeitsbedingungen verbesserten sich dagegen nur langsam. Obwohl sich inzwischen vieles geändert hat, bieten schlechte Arbeitsbedingungen und der Umgang mit den Tieren in den Fleischfabriken weiterhin auch heute noch Anlass für eine kritische Berichterstattung über untragbare Zustände. Und häufig sind es die Menschen, denen weniger Beachtung geschenkt wird, als den Tieren.
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