Richard Russo

Diese Gottverdammten Träume (Maine)

Der Roman von Richard Russo Diese Gottverdammten Träume spielt in einer Kleinstadt in Maine. Ein Großteil der Handlung spielt im Diner Empire Grill.

Cover Diese Gottverdammten Träume

Richard Russo
Diese Gottverdammten Träume
Originaltitel: Empire Falls
Übersetzt: Monika Köpfer
DuMont Verlag, 2017
752 S.
dumonat-buchverlag.de

Empire Falls, eine Kleinstadt in Maine, hat ihre Blütezeit, in der die Holzfäller- und Textilindustrie florierten, hinter sich. Die einen sind schon vor langer Zeit weg gegangen, andere bleiben, so wie Miles Toby. Seit über 20 Jahren arbeitet er in dem Diner „Empire Grill“.

Der Empire Grill war ein langer, niedriger Bau mit einer durchgehenden Fensterreihe an der Frontseite, und seit dem Abriss des benachbarten Gebäudes, eines Rexall-Drugstores, konnte man vom Lunchtresen aus die gesamte Empire Avenue hinunterblicken bis zu der alten Textilfabrik und der angrenzenden Hemdenmanufaktur. Zwar waren die Fabriken seit fast zwei Jahrzehnten stillgelegt, doch noch immer zogen die beiden dunklen, bedrohlich wirkenden Schatten am Fuß der sanft ansteigenden Avenue die Blicke auf sich.

Der Familie Whiting gehörten einst die bedeutenden Industrieunternehmen. Nach der Schließung ist eigentlich nur noch der „Empire Grill“ übrig geblieben. Francine Whiting, die alte Patriarchin, hält Miles mit dem Versprechen hin, ihm eines Tages den Diner zu überlassen. Warum sie dies über all die Jahre tut, bleibt Miles schleierhaft.

Mrs. Whiting war eine praktisch denkende und skrupellose Geschäftsfrau, die jedes Mal den idealen Zeitpunkt ausgemacht hatte, als es um den Verkauf der drei Whiting-Fabriken ging, und die noch nie zuvor die geringste Langmut geübt hatte, wenn einer ihrer Betriebe unprofitabel war. Und doch schien sie seit mehr als einem Jahrzehnt zufrieden damit, den Empire Grill langsam seinem endgültigen Ruin entgegentreten zu lassen.

Hintergrund ist ein kompliziertes Verhältnis der beiden Familien Toby und Whiting, das sich allerdings erst zum Schluss auflöst.

Wünsche und Sehnsüchte

Die Geschichte über das Schicksal der Menschen in Empire Falls plätschert so vor sich hin. Beschreibungen alltäglicher Situationen wechseln sich ab mit Rückblenden in die Vergangenheit. Ohne rechten Plan, was er eigentlich möchte, schlägt Miles sich durchs Leben. Er lässt sich leicht zu der einen oder anderen eigentlich ungewollten Aktion hinreißen und holt seinen Vater irgendwo aus der Pampa ab. Umschwärmt wird Miles von Cindy Whiting deren Gefühle er jedoch nicht erwidern kann. Seine Ex-Frau Janine vergnügt sich mit einem Fitnesstypen, genannt „Silver Fox“, seine Tochter Tick kämpft sich durch den Schulalltag und fühlt sich zwischen Vater und Mutter hin und her gerissen.

Das einzig Gute an der Trennung ihrer Eltern sei, hatte Tick ihm (Miles) gegenüber erklärt, dass sie jetzt nicht mehr in die Kirche müsse, seit ihre Mutter den katholischen Glauben durch Aerobic ersetzt habe.

Miles und Ticks gemeinsamer Sehnsuchtsort ist Martha’s Vineyard.

Dass der Roman über 700 Seiten ein Lesevergnügen bleibt, liegt an den wunderbar detailreichen Beschreibungen von Russo. Immer wieder schimmern die unerfüllten Wünsche und Sehnsüchte der Hauptpersonen durch.

Ich habe das Buch schon vor einigen Jahren gelesen und war erstaunt, an wie viel ich mich bei der Durchsicht für die Einordnung des Romans zum Bundesstaat Maine noch erinnern konnte. Ein Roman, der ewig so weiter gehen könnte.

Mehr zu Maine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert