Ein dreckiges Geschäft
Der Krimi Ein dreckiges Geschäft von Chris Offutt führt ins ländliche Kentucky in die Berge.

Chris Offutt
Ein dreckiges Geschäft
Originaltitel: Shifty’s Boys
Tropen Verlag 2023
265 S.
www.klett-cotta
In Rocksalt in den Kentucky Hills kuriert Mick Hardin, Kriminalermittler bei der US Army, bei seiner Schwester Linda eine Verletzung am Bein aus, die er sich bei einer Explosion bei einem Einsatz in Afghanistan zugezogen hat. Da wird er von Shifty Kissick, einer alten Bekannten, beauftragt nachzuforschen, wer ihren Sohn Barney ermordet hat. Mick beginnt Nachforschungen anzustellen, die nicht jedem gefallen. Wenig begeistert ist auch Linda, die voll und ganz mit den Vorbereitungen zu ihrer Wahl als Sheriff beschäftigt ist.
Eigentlich hatte sie nicht vorgehabt, jetzt bei der Wahl um das Amt des Sheriffs anzutreten. Geplant war, den Posten zu bekleiden, bis Neuwahlen ausgeschrieben wurden, und den Sieger darum zu bitten, als Dispatcherin weiterarbeiten zu dürfen. Aber dann bewarb sich ein ausgemachter Idiot und Frauenfeind um die Stelle. Ihn von dem Amt fernzuhalten, wurde zu Lindas neuem Ziel im Leben.
Ihre Chancen stehen nicht schlecht. Sie macht ihre Sache bisher gut und außerdem kennt man sich in der ländlichen Gegend Kentuckys.
Ihre Familiengeschichte kannte eigentlich jeder – der Vater ein Säufer, die Mutter hatte das Haus nicht verlassen, der Bruder ein schwieriger Typ mit Eheproblemen. In Eldridge County galt sie als vertrauensvoll, weil all diese Dinge über sie bekannt waren.
Als auch noch Barneys Bruder tot aufgefunden wird, muss zunächst geprüft werden, in welche Zuständigkeit die Ermittlungen fallen, ob die Leiche auf dem Gebiet der Stadt oder dem des Countys gefunden wurde.
Der Chief schickt uns einen Landvermesser mit der Flurkarte vorbei.
Linda hat Glück, die Leiche gehört dem Rocksalt Police Department, was den Interessenkonflikt mit ihrem Bruder umgeht. Als dann noch Micks Hütte abbrennt und dieser nur durch einen Zufall überlebt, weiß Mick, dass er in einem Wespennest gestochen hat. Gemeinsam mit Barneys (überlebendem) Bruder Raymond macht er sich auf die Suche nach den Tätern. Es kommt zum Showdown.
Hintergründe
Neben der eigentlichen Kriminalgeschichte erfahren Lesende auch einiges über Kentucky. Eine Zeitlang konnte sich die Wirtschaft durch den Betrieb von Kohlebergwerken erholen. Bei den Beschäftigten hatte die Arbeit im Bergwerk Folgen, wie Johnny Boy bei seinem Onkel Billy sieht, der mal kräftig und robust gewesen ist.
Er atmete unter großen Mühen und musste oft so lange husten, dass es klang, als wolle er einen Teil seiner wunden Lunge mit aushusten. Es jagte Johnny Boy schreckliche Angst ein. Zwanzig Jahre hatte sein Onkel unter Tage gearbeitet, bekam aber trotzdem keine Hilfszahlungen von der Regierung für Patienten mit Kohlenstaublunge. In Kentucky gab es als einzigen Staat ein neues Gesetz, welches es Radiologen verbot, Röntgenbilder von Staublungen auszuwerten. Davon profitierten die Bergwerksbetreiber, aber nicht die sterbenden Arbeiter.
Der Krimi lässt sich locker lesen. Die Naturbeschreibungen und vorgestellten Charaktere vermitteln einen lebendigen Eindruck vom ländlichen Kentucky. Mich hat besonders die Beschreibung von Lindas Wahlkampf als Sheriff interessiert, da ich bisher dar

